Zwischen Kontinuität und Wandel – Fachkräftemanagement in der Hotellerie und Gastronomie durch Dialog und Gleichstellung

Projektträger: hiba Impulse GmbH
Einbezogene Sozialpartner:
- Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)
- Landbezirk Ost & Deutscher Hotel- und Gaststättenverband Brandenburg e.V. (DEHOGA Brandenburg)
Durch den akuten quantitativen und qualitativen Fachkräftemangel, die hohen Anforderungen an Veränderungen der Arbeitsprozesse, vor allem durch Optimierungsmöglichkeiten im Rahmen des Digitalen Wandels und den dafür fehlenden Handlungskompetenzen in den Unternehmen, und auch durch eine eher mäßige Attraktivität der Branche als Arbeitgeber besonders für Alleinerziehende, Mütter, Teilzeit-Kräfte, Quereinsteiger, Beschäftigte mit Migrationshintergrund und auch ältere Arbeitnehmenden, ist die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Branche gefährdet. Das Projekt konzentrierte sich auf Personalentwicklung mit dem methodischen Schwerpunkt Gleichstellung als Instrument zur Fachkräftesicherung und wurde mit folgenden Handlungsfeldern umgesetzt:
- Themenbezogene Entwicklungswerkstätten zur Erarbeitung konkreter Entwicklungsszenarien in den teilnehmenden Unternehmen mit Arbeitnehmenden der benachteiligten Beschäftigtengruppen und ausgewählten Führungskräften
- Fachliche und überfachliche Schulungen zur Befähigung benachteiligter Beschäftigtengruppen, aber auch Führungskräfte niedriger Hierarchiestufen, Potentiale und Talente zu erkennen, zielgerichtet zu fördern und im Unternehmen zu verwerten
- Schulungen zur Befähigung der Teilhabe und Mitbestimmung sowie Umsetzung von Prozessoptimierungen im Digitalen Wandel
- Schulungen zur Attraktivitäts- und Imageverbesserung der Branche und der teilnehmenden Unternehmen
- Weiterbildungen zu den Querschnittsthemen
- Branchendialog als Forum sozialpartnerschaftlichen Handelns in der Branche
So wurde für die Branche ein Anreizeffekt gesetzt zur konkreten Umsetzung von betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen, die auch Beschäftigtengruppen erfassten, die sich bisher nicht oder kaum weitergebildet hatten. Aus Arbeitskräften, die oft keinen oder einen branchenfremden Berufsabschluss mitbringen, wurden Fachleute, die in der Lage waren, Aufgaben in guter Qualität zu erledigen. Einige von ihnen waren mittel- bis langfristig in der Lage, Führungsaufgaben auszuüben.
Erkenntnisse:
Nachhaltige Fachkräftesicherung gelingt durch eine systematische Personalentwicklung, die Weiterbildung, Beteiligung der Beschäftigten und eine enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Sozialpartnern verbindet. Praxisnahe Qualifizierungen schaffen dabei den größten Nutzen.
Learnings:
Unternehmen beteiligen sich besonders aktiv, wenn Qualifizierungen flexibel, praxisnah und unmittelbar auf den betrieblichen Bedarf zugeschnitten sind. Der Einbezug von Sozialpartnern und regionalen Netzwerken erhöht zusätzlich Akzeptanz, Reichweite und Transfer.
Ergebnisse:
Betriebliche Weiterbildung wurde in den teilnehmenden Unternehmen stärker als Instrument der Personalentwicklung verankert. Beschäftigte wurden aktiver in Entwicklungsprozesse einbezogen, Führungskräfte für Teilhabe, Kompetenzentwicklung und Personalentwicklung sensibilisiert und nachhaltige Lern- und Organisationsentwicklungsprozesse angestoßen.
Transfer:
Im Projekt wurden keine eigenständigen transferfähigen Produkte entwickelt. Die erarbeiteten Ansätze zur Personalentwicklung, Weiterbildung und Beteiligung der Beschäftigten werden im Folgeprojekt HoGa Smart Learn weiterentwickelt. Transferfähig sind u. a. Konzepte für Strategiegespräche, die bedarfsorientierte Weiterbildungsplanung sowie die gemeinsam mit der IHK Ostbrandenburg entwickelte offene Seminarreihe.