SPOCK – Starke Pflege durch Organisationsentwicklung, Chancengleichheit und Kompetenzerwerb
Projektträger: tamen. Entwicklungsbüro Arbeit und Umwelt GmbH
Einbezogene Sozialpartner:
- ver.di
- bpa Arbeitgeberverband
Das Projekt hatte zum Ziel, durch Organisationsberatung und Kompetenzentwicklung die Pflegeeinrichtungen zu stärken und für die Beschäftigten gute Arbeitsbedingungen zu entwickeln.
Im Projekt wurden unternehmensübergreifende Bildungsformate sowie organisationsbezogene, vertiefende Weiterbildungen und Coachings für Beschäftigte in ambulanten und stationären Einrichtungen der Pflege durchgeführt.
In drei Durchgängen wurden jeweils drei unternehmensübergreifende Veranstaltungen zu verschiedenen Schwerpunktthemen durchgeführt. Aus jeder Veranstaltung erhielten jeweils drei Unternehmen die Möglichkeit, organisationsbezogene Weiterbildungen umzusetzen.
Die Inhalte der Weiterbildungen wurden an den Projektzielen sowie den Bedarfen der Beteiligten ausgerichtet:
- Führungskompetenzen und Teamführung
- selbstorganisiertes Arbeiten
- Arbeitsorganisation in der Pflege
- Arbeitsplanung und Dienstplangestaltung,
- qualifikationsgerechter Arbeitseinsatz
- Kommunikation und Konfliktmanagement, Gesprächsführung
- Unternehmensziele zwischen „Dienst am Menschen“ und wirtschaftlicher Notwendigkeit
- den innerbetrieblichen Dialog zielführend gestalten
Die Weiterbildungsveranstaltungen wurden durch vier Transferveranstaltungen begleitet, die Projekt- und Sozialpartner waren hierbei eingebunden.
Geplant war eine dreitägige Lernreise. In einer anderen Region Deutschlands oder einem europäischen Land sollten interessante Modelle zur Verbesserung der Chancengleichheit und der mitarbeitergerechten Arbeitsorganisation kennengelernt werden und ein direkter Erfahrungsaustausch mit den Akteuren vor Ort stattfinden.
Jedes Unternehmen, das an den vertiefenden Veranstaltungen teilnahm, stellte einen Projektlotsen. Sie gewährleisteten, dass die Inhalte der Weiterbildungen in den teilnehmenden Unternehmen wirksam wurden. Sie konnten auch den Transfer in andere Einrichtungen des Trägers unterstützen. Sie bildeten die Schnittstelle zwischen dem Projekt und den Unternehmen bzw. deren Beschäftigten.
Erkenntnisse
Pflege steht im Umbruch: Organisationen sind oft historisch von Improvisation unter Ressourcenknappheit geprägt. Es fehlt nicht an Lösungen, sondern an Kapazitäten, sie umzusetzen. Organisationsentwicklung sollte daher kein Zusatz „on top“, sondern ein dauerhaft integrierter Funktionsbereich sein.
Learnings:
Die Zusammenarbeit mit Sozialpartnern und Verbänden erleichterte den Zugang zu Unternehmen und stärkte das Vertrauen der Zielgruppen. Bestehende regionale Netzwerke des Trägers waren zentrale Erfolgsfaktoren für Akquise und Umsetzung.
Ergebnisse:
In rund 30 Pflegeeinrichtungen wurden Dienstplangestaltung, Arbeitsorganisation und Teamzusammenarbeit spürbar verbessert. Es wurden fast doppelt so viele Teilnehmende wie geplant erreicht (534 statt 270), Kompetenzen zu Führung und Integration gestärkt. Unternehmen konnten gegenseitig von ihren Erfahrungen lernen, Synergien identifizieren.
Transfer:
Transferfähig sind die Dokumentationen und Materialien der durchgeführten Weiterbildungsworkshops, der Fachveranstaltung und der Lernreise sowie die Handreichung zum Umgang mit formalen Antrags- und Abrechnungsanforderungen für Unternehmen, Projektlots*innen und Coaches.