Gendergerechte Kommunikation 2.0

Branche
Handel
Laufzeit
01.07.2023 - 30.06.2026
Förderaufruf
1. Förderaufruf
Handlungsfeld
Gleichstellung gestalten
Kurzbeschreibung

Projektträger: LandBauTechnik Handwerks- und Handelsverband

Einbezogene Sozialpartner:

  • IG Metall

 

Das Projekt „Gendergerechte Kommunikation 2.0“ lief im Zeitraum vom 01.07.2023 – 30.06.2026 und verfolgte das Ziel, eine gendergerechte Kommunikationsweise in Handwerksberufen zu etablieren. Dabei sollten alle Beteiligten (Beschäftigte, Betriebsräte, Führungskräfte) so genannte Multiplikator*innen durch Weiterbildungsangebote für eine gendergerechte Kommunikation sensibilisiert werden.

Übergeordnetes Ziel war, die interne und externe Kommunikation von kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Handels- und Handwerksbranche gendergerecht zu verbessern. Durch Chancengleichheit für alle Geschlechter sollte ein Arbeitsklima geschaffen werden, welches Frauen und andere, von Benachteiligung betroffene Personen ermutigt, in dieser Branche tätig zu werden. Ihnen sollte der Zugang zum Handwerksberuf und zu höheren Positionen in dieser Branche erleichtert werden.

Der Bedarf für ein solches Projekt zeichnet sich darin ab, dass Frauen* im Handwerk allgemein unterrepräsentiert und weniger qualifiziert sind, als ihre männlichen Kollegen. Damit einhergehen, die seltenere Besetzung in verantwortungsvolle Positionen und schlechtere Bezahlung. In Niedersachsen betreiben nur 2 % der Betriebe eine gezielte Frauenförderung.

Mit dem Projekt sollten tradierte Rollenmuster und tiefsitzende Stereotypen im Handwerk nachhaltig hinterfragt und abgebaut werden. Gleichsam sollten die Bedarfe von benachteiligten Personen sichtbar gemacht werden. Eine inklusive und gendergerechte Kommunikation sollte dazu führen, die gesamte Branche für Frauen* attraktiver zu gestalten. Beschäftigungsverhältnisse sollten an die Bedarfe aller Personen angepasst werden, sodass Aspekte, wie bspw. Mutterschutz und Arbeitssicherheit (speziell auch für Frauen), mitgedacht werden.

Ein multiprofessionelles Team mit Gender- und Kommunikation-Expertise führte das Projekt durch. Um bestmögliche Vereinbarungen zwischen allen beteiligten Sozialpartner*innen zu treffen, wurde ein sozialpartnerschaftlicher Ansatz (nach ESF-Sozialpartnerrichtlinie) gewährleistet.

Erkenntnisse: 

Der Begriff „Gender“ löste bei Metall- und LandBauTechnik-Betrieben Skepsis aus. Sensibilisierung muss individuell wie strukturell ansetzen. Institutionelle Reflexion macht verdeckte Mechanismen sichtbar (gendered organization), die zu Ausschlüssen und Geschlechtersegregation beitragen.

Learnings: 

Die Umbenennung des Arbeitstitels senkte die Zugangsschwelle spürbar. Konkrete Zielgruppenansprache durch Verbandsstrukturen und Erstgespräche vor Ort sind entscheidend, um Fragen und Hemmnisse gezielt abbauen. Sozialpartnerschaftlich wurden Tarifverhandlungen geführt und Tarifverträge beschlossen (WorkFlex), um Beschäftigten mehr Flexibilität im Arbeitskontext zu geben.

Ergebnisse: 

Mehr Betriebsanmeldungen, erfolgreiche Vor-Ort-Schulungen mit hoher Akzeptanz. Führungskräfte und Beschäftigte wurden für Kommunikations- und Gleichstellungsthemen sensibilisiert; Bedarf an Augenhöhe, Wertschätzung und klarer Kommunikation wurde sichtbar gemacht und aktiv angegangen.

Transfer: 

Modulplan mit vier Schwerpunkten, erprobte Methodenbausteine (Rollenverständnis, 7 C’s, Feedbackrunden, Dysfunktionen im Team/Betrieb) sowie wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen (durch institutionelle Reflexivität) sind auf andere Handwerksbetriebe übertragbar.

Verbinden
Teilen